Im(m)itation

Hier noch ein kleiner Einblick in meine persönliche Sicht der Fotografie.

 

 

Schon seit einigen Jahren stelle ich mir die Frage, ob meine Bilder auch einen Wert haben. Ich bin mit meiner Arbeit nicht immer hundertprozentig zufrieden. Man orientiert sich an Fotografen in seinem Umfeld oder an den Medien. Der eigene Ehrgeiz die Bilder von anderen technisch zu übertreffen und zu perfektionieren wurde auch mir schon zum Verhängnis.

 

Angefangen habe ich mit Landschaftsfotografien, hier und da mal ein Portrait von Familie, Freunden und Bekannten. Das letzte Jahr beschäftigte ich mich jedoch hauptsächlich mit dem Fotografieren junger, schöner Frauen. Beeinflusst von Instagram, Facebook und Co. legte ich den Fokus meiner Bilder auf die "schnellen Likes". Möglichst viele sollten es sein. 

Eines ging dabei jedoch verloren - die innere Einstellung, von innen nach außen zu fotografieren. Ich fragte mich, ob die Art von Bildern, die ich damals machte, überhaupt noch zu mir passten. Heute weiß ich, dass diese Art von Fotografie mich einfach nicht erfüllt. Ich möchte mit meinen Bildern den Betrachtern die Welt zeigen. Dinge, die mit dem optischem Auge nicht erkennbar sind. Das nicht sichtbare sichtbar machen. Angst, Enttäuschung, Wut - ich brauche eine visuelle Sprache.

Heute hat doch jeder nur noch die schönste Tapete tapeziert. Jeder ist stark, zeigt keine Schwächen, ist niemals traurig. Es wird nach außen hin suggeriert alles sei perfekt. Ich habe den Anschein desto größer die persönlichen Probleme sind, umso mehr wird nach außen mit materiellen Dingen geprahlt. Auch ich selbst fühle mich hier angesprochen. Schon zu oft habe ich mir ein besseres Gefühl durch neue materielle Dinge erkauft, um danach (nach dem ersten kurzen Hype) festzustellen, dass es nicht besser geworden ist.

 

Mittlerweile weiß ich, dass die Reduktion von allem, also sich einfach auf ein Minimum zu reduzieren, in jederlei Hinsicht eine Heilung ist.

Sich selbst zu reflektieren und in sich zu gehen, zu hinterfragen, was man wirklich braucht.

 

Man klammert sich regelrecht an die eigenen Vorbilder, man möchte am besten alles genauso machen wie sie. Genau das war der Fehler bei mir, warum ich mich jahrelang selber unterdrückt habe und nicht das fotografiert habe, was ich für mich als wichtig und ehrlich empfand. Meine fotografische Mission ist es gesellschaftliche Probleme, egal welcher Art, festzuhalten und sie zur visuellen Aussprache zu bringen.

Ich bin der Meinung, wenn wir alle ein wenig ehrlicher zu uns selbst wären, könnten wir auch andere Probleme besser verstehen und werten.

 

Wie beginnt man damit, so eine persönliche Wendung in die Fotografie einwirken zu lassen?

Genau das ist es, womit ich mich beschäftige. Welche Arbeitsweisen wendet man an, wie kommt man an seine Motive. Welche visuelle Verpackung ist die richtige, um sie zu veröffentlichen. Fragen über Fragen - aber immer mit dem Ziel meinen persönlichen Weg als Künstler zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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