LEICA M UND MEINE ENTSCHEIDUNG

Warum Leica?

Die Einsparung der Kamerafunktionen stand für mich im Vordergrund meiner Entscheidung, um sich - wie Leica es beschreiben würde - mehr auf "das Wesentliche" zu konzentrieren.

Ich hatte schon so viele Kameras: Panasonic G2, Nikon D5200, Nikon D610, Sony Alpha 7II... Sie waren hilfreich, um mir das Fotografieren anzueignen und die einzelnen Funktionen einer Kamera kennen zu lernen. Der wirkliche Spaß am Fotografieren blieb jedoch leider aus. Es war wie das Autofahren mit einem Golf Automatik (Sorry an alle Golf-Fahrer - gilt aber auch nur für Automatik :D). Es ist funktional, aber für mich nicht wirklich erfüllend. Ich bevorzuge da eher einen alten Porsche, etwas Rustikales mit Handschaltung, was mir mehr Fahrspaß bietet. So ähnlich ging es mir mit der Leica. 

Doch wie hatte ich anfänglich überhaupt Kontakt zu einer Leica Kamera bekommen? Es war vor ca. 2 Jahren, als ich das erste Mal in einem kleinen Fotoladen eine Leica M ausprobieren durfte. Alleine diesen Metallblock von Kamera in der Hand zu halten hatte mir schon schlottrige Knie bereitet. Die Qualität der Materialien zu spüren brachte mich bereits zum Grinsen. Die Leica M vermittelt so ein unglaubliches haptisches Gefühl, welches man so fast nicht vergleichen kann. Wobei - vielleicht damals, als ich meinen Führerschein erstmals in der Hand halten durfte und mit dem Auto meiner Eltern, mit lauter Musik und runtergeschraubten Fenstern, an meiner alten Schule vorbeifuhr, das waren das noch Zeiten :D.

Das Gefühl durch den Messsucher zu schauen und mehr zu sehen als im fertigen Foto, überzeugte mich letztendlich davon, dass diese Kamera etwas Besonderes ist. Es ist schon etwas komisch durch den Sucher zu schauen und das Objektiv-Gehäuse zu sehen. Es hat aber einen riesigen Vorteil. Ich kann mein Foto so viel besser komponieren. Ich sehe Dinge schon bevor sie mir ins Bild laufen. Wenn du jetzt die richtigen Parameter, Blende, Zeit und ISO eingestellt hast und den Auslöser drückst, wirst du den nächsten Schub an Glückshormonen bekommen - das Auslösegeräusch ist einfach nur großartig! Das mechanische Geräusch der höchst präzisen Kleinteile, die ihre Funktion ausführen, klingt einfach genial. Außerdem gefällt es mir, dass man durch den Sucher nicht das fertig belichtete Bild sieht, was auch wiederum zu einem kleinen Überraschungseffekt führt, sobald man es dann auf dem Display betrachtet. Es ist ein wenig wie Analogfotografie. 

Die M ist aber auch eine echte Zicke (und damit meine ich nicht meine Freundin Michelle :P). Hast du nicht die richtigen Einstellungen vorgenommen, verzeiht dir die M nichts. Das Bild wird optisch echt beschissen (Sorry für mein Vokabular) aussehen. Das bin ich von meinen anderen Kameras nicht gewohnt gewesen. Da konnte man noch aufgrund der aufblinkenden und warnenden elektronischen Signale sehen, ob es etwas zu korrigieren gab. DAS MACHT EINE M NICHT! Sie bestraft dich dafür mit einem falsch belichtetem Foto. Oh, wie oft habe ich schon deswegen geflucht. Aber irgendwie ist es auch eine Hassliebe. Doch dann wird mir jedes mal bewusst, dass ich den Fehler gemacht habe und nicht die Kamera. Sie zwingt mich genauer und konzentrierter zu arbeiten. Die M ist eine Kamera für Leute, die langsamer und bewusster fotografieren möchten. Schnelle Schnappschüsse mit richtig sitzendem Fokus sind nicht ihre Stärke. Durch das Messsucher-Prinzip, bei welchem ein zweites kleines Bild eingespiegelt wird und deckungsgleich manuell übereinander gebracht werden muss, sind schnell fokussierende Motive schwierig zu bewerkstelligen. 

Mit der Leica M lernt man aber auch im Gegenzug Entfernungen einschätzen zu können - wie der Begriff Messsucher auch schon verdeutlicht. Einmal am Objektiv die Gegenstandsweite eingestellt und mit der richtigen Blende versehen, kann man aber auch auf andere Weise schnell fotografieren, beispielsweise "aus der Hüfte". Ein positiver Aspekt dabei ist, dass die Kamera nicht ins Gesicht gehalten werden muss, wodurch man beim Fotografieren von der Umwelt nicht einmal wahrgenommen wird. So hat man die Möglichkeit ehrlichere Fotos und Ausdrucksweisen einzufangen. Ich könnte jetzt sicherlich noch viel mehr erzählen, aber ich weiß ja noch nicht, ob euch mein Blog überhaupt interessiert... Über euer Feedback würde ich mich sehr freuen. Dann weiß ich auch, ob sich die ganze Arbeit lohnt. Schreibt es mir doch einfach mal in die Kommentare :) 

PEACE OUT.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Max (Montag, 27 März 2017 08:23)

    Es lohnt sich, weiter so :)